LR pixel

Kühlzelle planen: Größe, Aggregat, Aufstellung

Eine begehbare Kühlzelle ist kein Gerät von der Stange, sondern ein kleiner Raum, der zu Ihrem Warenfluss passen muss: Temperaturbereich, Größe, Boden, Tür, Aggregat und Aufstellort greifen ineinander. Dieser Ratgeber führt Sie in sechs Schritten zur richtigen Zelle – vom ersten Maßband bis zur Montage durch den Kältetechnik-Meisterbetrieb.

Wann lohnt sich eine Kühlzelle statt mehrerer Kühlschränke?

Sobald mehrere Kühlschränke parallel laufen oder der Wareneingang wochenweise gelagert wird, ist die Zelle die wirtschaftlichere Lösung: Sie bietet mehr Volumen pro Quadratmeter Küchenfläche, alles steht übersichtlich in Regalen, und ein einziges Aggregat kühlt den gesamten Vorrat. Schon die kleinste Kühlzelle mit 124 × 124 cm Außenmaß bringt 2 m³ Nutzraum – so viel wie mehrere Großkühlschränke, auf gut 1,5 m² Stellfläche.

Fehlt der Platz für eine begehbare Zelle, ist die Kühlschrank-Zelle MZ 100 der Zwischenschritt: 100 × 100 × 212 cm, 1.315 Liter, steckerfertig mit 230 V, in Paneelbauweise zerlegt geliefert und in kurzer Zeit montiert. Sie finden sie bei den Kühlzellen & Aggregaten; sie passt auch dorthin, wo eine Zelle zu groß wäre – etwa als Wildkühlzelle für Jägerschaft und Direktvermarkter.

Schritt 1: Kühlen oder Tiefkühlen?

Die erste Entscheidung bestimmt alles Weitere. Kühlzellen arbeiten im Plusbereich, typischerweise zwischen 0 und +5 °C, und lagern Fleisch, Molkereiprodukte, Gemüse und Getränke. Tiefkühlzellen halten −20 bis −25 °C und sind ab Werk mit Türblattheizung und beheiztem Druckausgleichsventil ausgestattet, damit die Tür nicht festfriert und sich nach dem Schließen wieder öffnen lässt.

Wer beides braucht, plant zwei getrennte Zellen mit jeweils eigenem Aggregat – das ist die übliche und betriebssichere Lösung. Eine Zelle nachträglich vom Plus- in den Minusbereich umzurüsten, ist keine Option: Tiefkühlzellen brauchen andere Aggregate, beheizte Türen und immer einen isolierten Boden.

Schritt 2: Die richtige Größe finden

Unser Zellensystem MAYWAY Super 10 ist im 20-cm-Raster aufgebaut: Die Paneele gibt es in 400, 600, 800, 1.000 und 1.200 mm Breite, daraus entstehen Außenmaße von 124 × 124 cm (2 m³) bis 544 × 784 cm (84 m³) bei Kühlzellen und bis 324 × 784 cm (44 m³) bei Tiefkühlzellen. Zwei Höhen stehen zur Wahl: 210 cm außen (190 cm innen) oder 230 cm außen (210 cm innen). Sondermaße fertigen wir auf Anfrage.

So rechnen Sie: Die Dämmung ist 10 cm stark, das Innenmaß ist also in jeder Richtung 20 cm kleiner als das Außenmaß. Eine Zelle mit 244 × 284 × 210 cm außen bietet innen 224 × 264 × 190 cm, das sind 11,2 m³. Planen Sie dann die Einrichtung: Regale stehen an den Wänden, in der Mitte bleibt ein Gang – mindestens 80 cm, damit Sie mit Kisten und Wagen hineinkommen. Bei einer Zelle mit 224 cm Innenbreite bleiben neben zwei Regalreihen rund 100 cm Gang.

Lieber eine Nummer größer: Sortiment und Umsatz wachsen, Weihnachtsgeschäft und Veranstaltungen brauchen Reserven. Weil das Raster in 20-cm-Schritten geht, kostet die nächste Größe meist nur ein Paneel mehr – ein späterer Umbau ist deutlich teurer.

Schritt 3: Mit oder ohne Boden?

Die meisten Zellen liefern wir mit rutschfestem Edelstahlboden (AISI 304) – im Artikelnamen am Kürzel „MB“ erkennbar. Der Boden ist Teil der Dämmhülle, die Zelle steht damit auf jedem ebenen, harten Untergrund wie Beton oder Estrich. Tiefkühlzellen gibt es ausschließlich mit Boden, weil sonst der Frost in den Baukörper wandert; steht die Tiefkühlzelle direkt auf Estrich, empfehlen wir zusätzlich eine Bodenunterlüftung, damit der Untergrund darunter nicht durchfriert.

Kühlzellen ohne Boden sind eine Option, wenn der vorhandene Fußboden eben, gedämmt und hygienisch einwandfrei ist und Sie ebenerdig mit Wagen hineinfahren möchten. Beachten Sie: Der Standard-Edelstahlboden ist nicht mit Rädern befahrbar – wer Rollwagen oder Hordengestelle in die Zelle schieben will, wählt den verstärkten Boden als Option.

Schritt 4: Tür, Anschlag und Zubehör

Alle Super-10-Zellen haben eine Drehtür mit 80 × 188 cm Lichtmaß, Türschloss und Notöffner von innen. Standard ist der Rechtsanschlag, links gibt es auf Anfrage. Legen Sie den Anschlag nach dem Weg der Ware fest: Die Tür soll sich zum Gang hin öffnen und nicht gegen eine Wand oder ein Regal schlagen. Ein Streifenvorhang hinter der Tür hält die Kälte bei häufigem Öffnen in der Zelle und senkt den Stromverbrauch. Bewährtes Zubehör dazu: ein Türkontaktschalter, der beim Öffnen das Licht einschaltet und den Verdampferlüfter stoppt, eine LED-Feuchtraumleuchte im Innenraum und ein Temperatur-Datenlogger, der die Lagertemperatur für Ihre HACCP-Dokumentation automatisch aufzeichnet.

Schritt 5: Das passende Aggregat

Das Aggregat wird auf Zellenvolumen, Temperaturbereich und Umgebungstemperatur ausgelegt. Dafür gibt es zwei Wege: den fertig befüllten Monoblock direkt an der Zelle oder eine eigene Kälteanlage mit Außenaggregat und Kupferverrohrung aus unserem Kälteanlagenbau.

Monoblock: Wand- oder Deckenmonoblöcke werden in ein Wandpaneel bzw. auf die Zellendecke gesetzt, sind werkseitig befüllt und kommen mit 230 V aus – ein Kältetechniker schließt die Zuleitung an, ein Kältemittelkreislauf muss vor Ort nicht gebaut werden. Das ist die schnelle Lösung für Standardzellen, bei denen die Abwärme im Aufstellraum bleiben darf. Auf die Einbauposition kommt es an: Ideal sitzt der Monoblock mittig an einer Wand, damit sich die Kaltluft gleichmäßig verteilt, und so, dass Regler und Lichtschalter bequem erreichbar sind – direkt gegenüber der Tür ist ungünstig, weil bei jedem Öffnen Warmluft in den Lüfter zieht. Die Wandmonoblöcke der Serie Polarik finden Sie im Shop; ihre Leistungsangaben gelten für eine Umgebungstemperatur von maximal +32 °C am Aufstellort.

Tabelle am Smartphone seitlich wischen.

AggregatZellengröße bei 0 °CZellengröße bei +5 °CAnschluss
Wandmonoblock NK 10WN1 bis 10 m³ bis 11 m³ 230 V / 1,2 kW
Wandmonoblock NK 13WN1 bis 13 m³ bis 18 m³ 230 V / 1,7 kW
Wandmonoblock NK 18WN2 bis 18 m³ bis 26 m³ 230 V / 2,3 kW
Wandmonoblock NK 31WN2 bis 31 m³ bis 48 m³ 230 V / 2,8 kW
Wandmonoblock NK 39WN3 bis 39 m³ bis 58 m³ 230 V / 3,6 kW
Wandmonoblock NK 47WN3 bis 47 m³ bis 75 m³ 230 V / 4,3 kW
Wandmonoblock NK 56WN3 bis 56 m³ bis 81 m³ 230 V / 5,1 kW

Für Tiefkühlzellen gilt dieselbe Logik mit den Tiefkühlaggregaten: Der kleinste Wandmonoblock TK 8WL1 kühlt bis 8 m³ auf −20 °C, der größte TK 35WL3 bis 35 m³ – bei −25 °C sinkt die mögliche Zellengröße jeweils deutlich (8WL1: 3 m³, 35WL3: 26 m³). Alle Modelle laufen mit 230 V; alle Kühlaggregate im Überblick finden Sie im Shop.

Kälteanlage mit Außenaggregat (Splitanlage): Hier sitzt nur der Verdampfer (Luftkühler) in der Zelle, die luftgekühlte Verflüssigungseinheit – das eigentliche Kälteaggregat – steht außerhalb: an der Außenwand auf einer Konsole, am Dach oder im Technikraum. Beide Teile verbindet eine isolierte Kupferverrohrung, dazu kommen Steuerung mit Temperaturregler und Sicherheitsfunktionen, Magnetventil, Vakuumieren, Dichtheitsprüfung, Befüllung, Probelauf und Einweisung – alles aus einer Hand durch unseren Kälteanlagenbau, geplant und installiert nach F-Gase-Verordnung und EN 378. Der Vorteil: Wärme und Geräusch bleiben aus der Küche draußen, die Leistung wird nach Kältebedarf auf Ihre Zelle ausgelegt, und als Verbundanlage versorgt ein Aggregat mehrere Kühlstellen – etwa Kühlzelle, Tiefkühlzelle und Kühltische in einer Küche. Wir empfehlen die Splitanlage bei großen Zellen, bei warmen oder engen Aufstellräumen und überall dort, wo die Kühlzelle Teil einer Gesamtkälteanlage werden soll.

Optionen für das Außenaggregat: Das Standardaggregat ist günstig, kompakt und schnell verfügbar, aber mit Schalldruckpegeln ab rund 62 dB(A) deutlich hörbar. Für Aufstellorte nahe an Nachbarn, Gastgärten oder Schlafräumen gibt es das Flüsteraggregat im witterungsbeständigen Gehäuse mit deutlich geringerem Schalldruckpegel und bereits eingebauter Winterregelung. Ein Standardaggregat im Freien braucht dagegen immer Wetterschutzgehäuse und Winterregelung, damit es auch bei Frost anläuft – am Dach zusätzlich mit Blick auf die Schneehöhe. Steht das Aggregat innen, lässt sich die Abwärme mit einer Wärmerückgewinnung zum Aufheizen von Warmwasser nutzen.

Zwei Faustregeln für die Auslegung: Erstens zählt das Innenvolumen der Zelle, nicht das Außenmaß. Zweitens gilt die Tabelle für +32 °C Umgebung – steht das Aggregat in einem heißen Nebenraum, auf einem Dachboden oder neben der Küche, wählen Sie das nächstgrößere Modell oder gleich eine Splitanlage mit Außenaggregat. Ein Beispiel aus dem Sortiment zeigt, wie stark die Umgebung wirkt: Der Tiefkühl-Wandmonoblock ATZ202 schafft bei +32 °C Umgebung 13,7 m³ auf −18 °C, bei +43 °C nur noch 9,1 m³.

Schritt 6: Aufstellort, Anschluss und Wärmeabfuhr

Die Zelle braucht einen ebenen, harten Untergrund – Beton oder Estrich, kein federnder Holzboden. Rechnen Sie zur Außenhöhe von 210 oder 230 cm Platz für das Aggregat am oberen Wandpaneel hinzu und halten Sie um die Zelle etwas Abstand für Montage und Reinigung. Beim Monoblock steht der Verflüssiger außerhalb der Zelle am Wandpaneel: Diese Seite muss frei bleiben, die abgegebene Wärme darf sich nicht stauen – ein Kühlaggregat heizt den Raum spürbar auf, und ein zu warmer Aufstellraum kostet Kälteleistung (siehe Schritt 5). Bei der Splitanlage entfällt dieses Problem, weil das Aggregat draußen steht; dafür braucht es einen Platz für das Außenaggregat und einen Weg für die Kupferleitungen.

Für den Anschluss genügt bei den Wandmonoblöcken eine 230-V-Zuleitung, die der Elektrofachbetrieb an die 2 m lange Anschlussleitung ohne Stecker anschließt; Kabel für Kühlraumbeleuchtung und Türkontaktschalter sind dabei. Klären Sie mit uns, ob am Aufstellort ein Tauwasserablauf nötig ist, und prüfen Sie den Transportweg: Die Paneele werden zerlegt geliefert und vor Ort gesteckt – Türlichte und Treppen müssen für die längsten Paneele reichen. Splitanlagen aus dem Kälteanlagenbau legen wir individuell aus – die Anschlusswerte erhalten Sie mit der Planung. Bauseits vorzubereiten sind in beiden Fällen Stromversorgung und Ablauf am Aufstellort; bei der Splitanlage außerdem Kernbohrungen oder Dachdurchführungen für die Kältemittelleitungen, die auf dem kürzesten Weg sichtbar verlegt oder optional in Kanälen geführt werden.

Einrichtung: Regale, die in die Kälte gehören

Innen macht erst das Regal die Zelle nutzbar: Ware vom Boden, Luft zirkuliert, Mindesthaltbarkeit im Blick. Unsere Kühl- und Lagerregale INOXPLAST haben eine Tragkonstruktion komplett aus Edelstahl und Fachböden aus kältebeständigem Polyethylen, die sich zum Reinigen abnehmen lassen. Jeder Fachboden trägt bis 150 kg, die Stützen sind im 3,5-cm-Raster höhenverstellbar, montiert wird ohne Werkzeug. Für Getränkebetriebe und Weinlager gibt es passende Weinregale.

Planung und Montage vom Meisterbetrieb

Als eingetragener Kälte- und Klimatechnik-Meisterbetrieb seit 1965 mit eigenem Kälteanlagenbau legen wir Ihre Zelle passend zu Raum, Vorratsmenge und Temperatur aus – auf Wunsch bis zur Sonderlösung mit maßgefertigten Paneelen und eigener Kälteanlage mit Außenaggregat. Montage und Inbetriebnahme übernimmt unser Servicepartner KKG mit über 40 Technikern: Aufbau der Zelle, Anschluss des Aggregats, Übergabe und laufender Kälte-Service. Kühlzellen sind immer Bestellware und werden in Ihrer Größe gefertigt – rechnen Sie mit 2 bis 6 Wochen Lieferzeit; gängige Wandmonoblöcke sind kurzfristig lieferbar. Alle Preise netto zzgl. MwSt.

Checkliste: Das brauchen wir für Ihr Angebot

  • Temperaturbereich: Kühlen (0 bis +5 °C) oder Tiefkühlen (−20 bis −25 °C)?
  • Verfügbare Grundfläche und Raumhöhe am Aufstellort (Außenmaß der Zelle plus Aggregat)
  • Vorratsmenge und Wachstumsreserve – welche Ware, wie viele Kisten, Wagen oder GN-Behälter?
  • Untergrund: Beton oder Estrich, eben und hart? Mit oder ohne Zellenboden, befahrbar?
  • Türanschlag rechts oder links, Weg der Ware vom Wareneingang in die Zelle
  • Aggregat: Monoblock direkt an der Zelle oder Splitanlage mit Außenaggregat (Außenwand, Dach, Technikraum)? Im Freien: Wetterschutz und Winterregelung oder Flüsteraggregat; weitere Kühlstellen für einen Verbund?
  • Umgebungstemperatur am Aufstellort des Aggregats und Möglichkeit zur Wärmeabfuhr
  • Stromanschluss in der Nähe (230 V), Transportweg für die Paneele (Türlichte, Treppen)

Häufige Fragen zur Kühlzellen-Planung

Wie groß muss meine Kühlzelle sein?

Zählen Sie Ihren Vorrat in Kisten, Wagen und GN-Behältern und planen Sie Regale an den Wänden plus einen Gang von mindestens 80 cm. Als Orientierung: 2 m³ ersetzen mehrere Großkühlschränke, 11 m³ (244 × 284 cm außen) versorgen ein mittleres Restaurant, Großküchen und Handel gehen bis 84 m³. Wählen Sie im Zweifel die nächste Rastergröße.

Kann ich eine Kühlzelle selbst aufbauen?

Die Paneele des Super-10-Systems werden gesteckt und mit Hakenschlössern verbunden – mechanisch ist das schnell erledigt. Aggregat, Elektrik und Inbetriebnahme gehören aber in die Hand des Kältetechnikers; deshalb montiert unser Servicepartner KKG die Zelle komplett und übergibt sie betriebsfertig.

Reicht eine normale Steckdose für das Aggregat?

Alle Wandmonoblöcke der Serie Polarik laufen mit 230 V. Die 2 m lange Zuleitung wird ohne Stecker geliefert und vom Elektrofachbetrieb angeschlossen; die Anschlussleistung liegt je nach Modell zwischen 1,1 und 5,1 kW – das Datenblatt nennt den genauen Wert. Splitanlagen mit Außenaggregat legen wir individuell aus; die Anschlusswerte bekommen Sie mit der Planung.

Was ist der Unterschied zwischen Kühlzelle, Kühlraum und Kühlhaus?

Gemeint ist dieselbe begehbare Kühlung. „Kühlzelle“ bezeichnet meist die vorgefertigte Paneelzelle, „Kühlraum“ den gemauerten oder eingebauten Raum, „Kühlhaus“ die große Lagerhalle. Für Gastronomie, Handel und Landwirtschaft ist die Paneelzelle die schnellste und flexibelste Lösung – sie lässt sich bei einem Umzug sogar demontieren und neu aufstellen.

Kann ich Kühlen und Tiefkühlen in einer Zelle kombinieren?

Üblich sind zwei getrennte Zellen, gerne Wand an Wand – jede mit eigenem Monoblock oder gemeinsam an einer Kälteanlage mit getrennten Verdampfern. Wir planen die Kombination passend zu Ihrem Warenfluss und Platz – sprechen Sie unsere Fachberatung in den 7 Gastrocentern an oder stellen Sie direkt eine Kältetechnik-Anfrage.

Zuletzt angesehen